Gutschrift

Für den Widerspruch gilt eine Frist von drei Jahren

Eine Ärztin schaut auf ein Tablet
26 Mai 2015

Normalerweise muss der leistende Unternehmer für seine Leistung oder Lieferung an einen anderen Unternehmer eine Rechnung mit gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer ausstellen. Von dieser Grundregel sieht das Umsatzsteuergesetz eine Ausnahme vor.

Beispiel: Unternehmer U1 liefert Waren an Unternehmer U2. Für diese Lieferung vereinbaren die Geschäftspartner eine Abrechnung durch Gutschrift. Daher muss U1 keine Rechnung mit gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer an U2 ausstellen. Vielmehr kann U2 das entsprechende Dokument als Gutschrift erstellen und an U1 übermitteln. Diese Gutschrift ersetzt dann die Rechnung. 

Problematisch wird es, wenn ein Unternehmer wie U2 aus dem Beispielsfall eine falsche Gutschrift erstellt. Dann muss es für U1 möglich sein, dieser Gutschrift zu widersprechen.

Widerspricht U1 der Gutschrift, verliert diese ihre Wirkung als Rechnung. Da aus einer Gutschrift, der widersprochen wurde, wiederum kein Vorsteuerabzug mehr möglich ist, verliert U2 zugleich die Möglichkeit, einen Vorsteuerabzug zu beanspruchen. 

Im Prinzip kann ein leistender Unternehmer einer Gutschrift jederzeit widersprechen. Doch nun hat das Finanzgericht München eine Verjährungsfrist für solche Widersprüche festgelegt: Laut seinem Urteil kann ein leistender Unternehmer einer Gutschrift bis spätestens drei Jahre nach Erhalt widersprechen.

Hinweis: Vor Ablauf der Dreijahresfrist kann der Widerspruch jederzeit erfolgen. Da der Leistungsempfänger dann seinen Anspruch auf Vorsteuerabzug verliert, sollte eine Abrechnung per Gutschrift nur mit zuverlässigen Vertragspartnern vereinbart werden, bei denen mit keinem willkürlichen Widerspruch zu rechnen ist. 

Das könnte Sie interessieren

26Mai2015

Gutschrift: Für den Widerspruch gilt eine Frist von drei Jahren

Normalerweise muss der leistende Unternehmer für seine Leistung oder Lieferung an einen anderen Unternehmer eine Rechnung mit gesondert ausgewiesener Umsatzsteuer ausstellen. ...

Mehr erfahren
27Okt2016

Gutschrift ohne Lieferung: Leistender Unternehmer schuldet die Umsatzsteuer auch bei Unkenntnis

Normalerweise muss ein Unternehmer, der eine Lieferung oder eine Dienstleistung gegenüber einem anderen Unternehmer erbringt, eine Rechnung schreiben. Von diesem Grundsatz ...

Mehr erfahren
02Apr2017

Unrichtiger Umsatzsteuerausweis: Wann eine Abtretungserklärung als Rechnungskorrektur anzuerkennen ist

Hat ein Unternehmer in einer Rechnung für eine Lieferung oder sonstige Leistung einen höheren Umsatzsteuerbetrag offen ausgewiesen, als er nach dem Umsatzsteuergesetz (UStG) ...

Mehr erfahren
20Mär2018

Rechnungsberichtigung: Kann eine Rechnung ohne elektronische Signatur berichtigt werden?

Kann eine Rechnung ohne qualifizierte elektronische Signatur berichtigt werden und damit rückwirkend einen Vorsteuerabzug ermöglichen? Ist sie aufgrund der fehlenden Signatur ...

Mehr erfahren
15Okt2018

Rechnungsangaben: Briefkastenanschrift reicht für Vorsteuerabzug aus

Als Unternehmer sind Sie nur dann zum Vorsteuerabzug berechtigt, wenn Ihnen eine ordnungsgemäße Eingangsrechnung vorliegt. Das Umsatzsteuergesetz fordert unter anderem, ...

Mehr erfahren
21Jul2019

Vorsteuerabzug: Rechnungsaussteller und leistender Unternehmer müssen identisch sein

Ein Vorsteuerabzug setzt voraus, dass dem Unternehmer eine ordnungsgemäße Rechnung vorliegt, aus der vollständige Angaben hervorgehen (u.a. der vollständige Name und die ...

Mehr erfahren